Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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wenn wir in das todte Antliz eines Menſchen ge⸗ ſehen haben der einen Theil unſeres eigenen Lebens ausmacht; denn wenn man uns die Wirkung eines neuen und wunderbar lebhaften Lichtes zeigen will, läßt man es dann nicht auf die vertrauteſten Gegen⸗ ſtände fallen, damit wir bei der Erinnerung an die frühere Trübheit ſeine Stärke bemeſſen können?“

Dann kam der Augenblick des Schlußſegens, wo

die ewig erhabenen Worte:„Der Friede Gottes, welcher höher iſt als alle Vernunft,“ ſich mit dem ruhigen Scheine der Mittagsſonne zu vermiſchen ſchienen, der auf die geſenkten Häupter der Verſamm⸗ lung fiel. Endlich erhoben ſich Alle ſtill, die Mütter banden den kleinen Mädchen, die während der Pre⸗ digt geſchlafen hatten, die Hüte feſt, die Väter ſammelten die Gebetbücher, und nun ſtrömten Alle durch den alten Bogengang auf den grünen Kirchhof hinaus, wo die nachbarliche Unterhaltung, die ſchlichten Höflichkeitien und die Einladungen zum Thee begannen; denn am Sonntag wünſchte Jeder einen Gaſt zu empfangen— dieß war der Tag wo Alle in ihren beſten Kleidern und in ihrer beſten Laune ſein mußten.

Herr und Frau Poyſer verweilten ſich einige

Minuten an der Kirchthüre: ſie warteten auf Adam,

denn ſie wollten nicht gehen ohne der Wittwe und ihren Söhnen ein freundliches Wort zu ſagen. „Nun Frau Bede,“ ſagte Frau Poyſer, als ſie zuſammen weiter gingen,„Ihr müßt Euern Kopf hoch halten: Männer und Weiber müſſen zufrieden ſein wenn ſie lange genug gelebt haben um ihre