Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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45 feierliche Mollmelodie. Die alten Kirchenlieder haben manchen ſchmerzlichen Klagelaut, und die Worte:

„Du fegſt uns fort mit Waſſersfluth, Wir ſchwinden hin als wie ein Traum,“

ſchienen auf den Tod des armen Thias eine ganz beſondere Anwendung zu finden. Mutter und Soͤhne

horchten, jedes mit eigenthümlichen Empfindungen.

Lisbeth hatte einen unbeſtimmten Glauben daß das Lied ihrem Manne wohlthue; es gehörte zu dieſem anſtändigen Begräbniß, woran ſie ſo fen Hiett ſo daß ſie es für ein größeres Unrecht gehalten hätte es ihm zu verſagen, als ihm ſo manchen unruhigen Tag bereitet zu haben. Je mehr üher ihren Mann geſagt, je mehr für ihn gethan wurde, um ſo beſſer mußte es ihm jezt ergehen. Es, war für die arme Lisbeth ein blindes Gefühl daß menſchliche Liebe und menſchliches Mitleid die Grundlage des Glau⸗

bens an eine andere Liebe ſelen. Seth, der über⸗

haupt leicht gerührt wurde, vergoß Thränen und ſuchte ſich, wie er ſeit ſeines Vaters Tod beſtändig gethan, Alles ins Gedächtniß zurückzurufen was er von der Möglichkeit gehört hatte daß ein einziger bewußter Augenblick vor dem Ende Vergebung und Verſöhnung bringen könne; denn ſtand nicht gerade in dem Pſalm den ſie ſangen, daß die Wege Gottes nicht von der Zeit gemeſſen und begränzt ſeien? Adam war noch nie unfähig geweſen in einen Pſalm mit einzuſtimmen. Er Zatté ſeit ſeiner Kindheit eine Menge Trübſal und Verdruß durchgemacht, aber dieß war das erſtemal daß der Kummer ſeine Stimme hemmte, und ſeltſam genug war es der Kummer