Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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ſorien vortrug. Die Art wie er aus einem vollen tiefen Forte in eine melancholiſche Cadenz überging, die bei dem lezten Wort, gleich den Schwingungen eines ſchönen Violoncells, ſanft verhallte, kann ich bei ihrer eindrucksvollen ruhigen Schwermuth nur mit dem Rauſchen und Fallen des Herbſtwindes in den Baumzweigen vergleichen. Dieß mag eine ſelt⸗ ſame Abhandlung über den Vortrag eines Dorf⸗ küſters ſcheinen, eines Mannes mit verroſteter Brille, ſtruppigem Haar, dickem Hinterkopf und hervorſtehen dem Schädel. Aber das iſt die Art und Weiſe der Natur; einen vornehmen Herrn mit glänzender Phy⸗ ſionomie und poetiſchen Anflügen läßt ſie jämmer⸗ lich unmuſicaliſch ſingen und verleiht ihm nicht die mindeſte Spur von einem geſunden Ton, während ſie dafür ſorgt daß irgend ein Burſche mit niedriger Stirne, der in einer Bierkneipe eine Ballade vor⸗ trägt, ſeine Intervallen ſo richtig einhält wie ein Vogel. 48 Joſua ſelbſt war auf ſein Leſen weniger ſtolz als auf ſein Singen, und es geſchah immer mit einem Gefühl erhöhter Wichtigkeit wenn er vom Leſepult in den Sängerchor trat. Um ſo mehr heute: es war eine beſondere Gelegenheit; denn ein alter Mann den die ganze Gemeinde kannte war eines traurigen Todes geſtorben— nicht in ſeinem Bett, ein Umſtand der für die Bauern immer am ſchmerz⸗ lichſten iſt— und nun ſollte das Leichenlied zum Andenken an ſein plözliches Abſterben geſungen werden. Ueberdieß war Barthel Maſſey nicht in der Kirche, und Joſuas Bedeutſamkeit im Chor konnte durch Nichts verdunkelt werden. Man ſang eine