Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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auf dieſelben fällt. Es gibt wenige Propheten in der Welt, wenige Frauen von erhabener Schönheit, wenige Helden. Es iſt mir nicht gegeben ſolchen Seltenheiten alle meine Liebe und Verehrung zuzu⸗ wenden: ich brauche einen großen Theil dieſer Ge⸗ fühle für meine alltäglichen Mitmenſchen, beſonders für die wenigen die im Vordergrund der großen Menge ſtehen, deren Geſichter ich kenne, deren Hände ich berühre, für die ich mit einer freundlichen Ver⸗ beugung Plaz machen muß. Auch ſind pittoreske Lazzaroni oder romantiſche Verbrecher nicht halb ſo häufig wie der gewöhnliche Arbeiter, der ſich ſein Brod verdient und es auf alltägliche Art, aber in aller Ehrbarkeit mit ſeinem eigenen Sackmeſſer ver⸗ zehrt. Es iſt nöthiger daß ich in einer ſympathiſchen Verbindung mit dem gewöhnlichen Bürgersmann ſtehe der mir in einer ſchlechten Halsbinde und Weſte meinen Zucker zuwiegt, als mit dem hübſcheſten Hallunken in rother Schärpe und grünen Federn; es iſt nöthiger daß mein Herz in liebender Bewunderung über irgend einen Zug ſanfter Güte bei den mangelhaften Leuten aufgehe die mit mir am ſelben Herde ſizen, oder bei dem Geiſtlichen meiner eigenen Gemeinde der vielleicht etwas zu beleibt und auch in andern Be⸗ ziehungen kein ganzer Oberlin oder Tillotſon ſein mag, als über die Thaten von Helden die ich höch⸗ ſtens nur durch Hörenſagen kennen lernen werde, oder über die erhabenſte Quinteſſenz aller pfarrherr⸗ lichen Grazie und Anmuth die jemals ein talentvoller Romanſchreiber ausgedacht hat.

Und ſo komme ich auf Herrn Irwine zurück, mit dem ich euch auf den beſten Fuß zu ſezen wünſche,