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ſo entfernt er auch ſein mag alle eure Anforderungen an den geiſtlichen Character zu befriedigen. Vielleicht glaubet ihr, er ſei nicht, wie er hätte ſollen, ein lebendiger Beweis für die Segnungen einer Natio⸗ nalkirche geweſen. Aber deſſen bin ich nicht ganz ſicher; wenigſtens weiß ich daß die Leute in Broxton und Hayſlope ihren geiſtlichen Hirten nur mit großem Kummer hatten ſcheiden ſehen, und daß die meiſten Geſichter ſich erheiterten wenn er herankam; und bis man beweiſen kann daß Haß für die Seele beſſer iſt als Liebe, muß ich glauben daß Herr Irwine in ſeiner Gemeinde weit wohlthätiger gewirkt hat als der Glaubenseiferer Ryde, der zwanzig Jahre ſpäter dahin kam, als Herr Irwine ſich zu ſeinen Vätern verſammelt hatte. Es iſt wahr daß Herr Ryde ſtreng auf die Glaubensſäze der Reformation hielt, daß er ſeine Pfarrkinder viel in ihren Häuſern beſuchte und die Verirrungen des Fleiſches ſcharf tadelte; ja er ſchaffte ſogar die Umzüge der Kirchenſänger an Weih⸗ nachten ab, weil dadurch der Trunkenheit Vorſchub geleiſtet und heilige Dinge ins Alltägliche herabge⸗ zogen würden. Aber Adam Bede, mit dem ich in ſeinem hohen Alter von dieſen Dingen ſprach, hat mir geſagt daß es nur wenigen Geiſtlichen ſo ſchlecht gelungen ſei die Herzen ihrer Pfarrkinder zu gewinnen wie Herrn Ryde. Sie erhielten zwar durch ihn viele Begriffe über Glaubenslehren, ſo daß beinahe jeder Kirchgänger unter fünfzig zwiſchen dem echten Evan⸗ gelium und den minder wichtigen Lehren ſo genau unterſcheiden lernte, wie wenn er als Diſſenter ge⸗ boren und erzogen worden wäre, und in der erſten Zeit nach ſeiner Ankunft daſelbſt ſchien eine religiöſe


