Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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treue Berichterſtattung über Menſchen und Dinge gerichtet iſt, ſo wie ſie ſich in meinem Geiſte ge⸗ ſpiegelt haben. Der Spiegel iſt ohne allen Zweifel mangelhaft, die Umriſſe werden manchmal etwas verwiſcht ſein, der Widerſchein matt oder trübe, aber ich fühle mich eben ſo ſehr verpflichtet möglichſt ge⸗ nau zu ſagen was das Spiegelbild iſt, als wenn ich in der Zeugenloge ſäße und meine Ausſage beſchwö⸗ ren müßte.

Vor ſechzig Jahren es iſt lange her und alſo kein Wunder wenn die Dinge ſich verändert haben waren nicht alle geiſtlichen Herrn Zeloten; es iſt ſogar Grund vorhanden zu glauben daß die Zahl der glaubenseifrigen Geiſtlichen klein war, und wenn einer aus der geringen Minorität im Jahr 1799 die Pfründen von Broxton und Hayſlope beſeſſen hätte, ſo würden Sie ihn wahrſcheinlich nicht mehr lieben als Herrn Irwine. Zehn gegen eins, Sie hätten ihn für einen abgeſchmackten, indiscreten Methodiſten gehalten. Es iſt ſo überaus ſelten daß die That⸗ ſachen jene zarte Mitte treffen die unſeren eigenen erleuchteten Anſichten und unſerem verfeinerten Ge⸗ ſchmacke entſpricht. Vielleicht werden Sie ſagen: Dann mache doch die Thatſache ein wenig beſſer, bringe ſie mehr in Einklang mit den geläuterten Anſichten deren wir uns heut zu Tage erfreuen. Die Welt iſt nicht gerade ſo wie wir ſie wünſchen möch⸗ ten; fahre mit einem geſchmackvollen Pinſel darüber her, damit man glauben kann ſie ſei kein ſolcher Wirrwarr und Miſchmaſch. Laß alle Leute von un⸗ tadelhaften Anſichten auch untadelhaft handeltt, laß Deine fehlerhaften Charactere immer auf der un⸗