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bei uns ſind; Krankheit kommt und wir erliegen unter der Laſt unſers ſchwachen Leibes; wir gerathen auf Irrwege, wir thun Unrecht und ſo kommen wir in Unfrieden mit unſern Nebenmenſchen. Es iſt in dieſer Welt kein Mann und kein Weib dem nicht einige von dieſen Prüfungen zuſtießen, und ſo bin ich überzeugt daß auch Du von ſolchen nicht ver⸗ ſchont bleiben wirſt; ich bitte Dich alſo daß Du, ſo lang Du noch jung biſt, Deinen himmliſchen Vater um Stärke anfleheſt, damit Du eine Stüze habeſt die Dich am böſen Tage nicht verlaſſe.“
Dina ſchwieg und ließ Hetty's Hände los um ſie nicht zu ſtören. Hetty ſaß ganz ſtill da; ſie fand in ihrem Herzen keine Antwort auf Dina's freund⸗ liche Sorge; aber bei dem feierlichen Pathos womit dieſe ſprach fühlte ſie ſich von kalter Angſt erfaßt. Ihre Röthe hatte ſich beinahe in Bläſſe verwandelt; ſie hatte die Aengſtlichkeit einer üppigen vergnügungs⸗ ſüchtigen Natur die ſchon vor einer fernen Spur von
Schmerz zurückbebt. Dina ſah die Wirkung, und ihre zärtliche ängſtliche Mahnung wurde immer ernſter, bis Hetty, voll von einer unbeſtimmten Furcht daß ihr irgend einmal etwas Uebles zuſtoßen könnte, zu weinen anfing.
Man hört täglich ſagen die niedrige Natur könne die höhere nie verſtehen, die höhere dagegen über⸗ ſchaue die niedrigere vollkommen. Ich jedoch glaube daß die höhere Natur dieſes Verſtändniß erſt lernen muß, wie wir die Kunſt des Sehens durch eine Menge harter Erfahrungen lernen, oft unter Quetſchun⸗ gen und Wunden, wenn wir die Dinge am falſchen Ende anfaſſen und unſern Raum für weiter halten
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