Teil eines Werkes 
1 (1861) Adam Bede
Entstehung
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als er iſt. Dina hatte bei Hetty nie eine ſolche Rührung wahrgenommen, und mit ihrem freundlichen hoffnungsvollen Herzen glaubte ſie dabei an eine göttliche Anregung. Sie küßte das ſchluchzende Mädchen und weinte mit ihr voll Dankbarkeit und Freude. Aber Hetty befand ſich ganz einfach in der reizbaren Stimmung, wo es ſich nicht berechnen läßt welche Wendung die Gefühle von einem Augenblick zum andern nehmen können, und zum erſtenmal är⸗ gerte ſie ſich über Dina's Liebkoſung. Sie ſchob ſie von ſich und ſagte mit kindiſchem Schluchzen:

Sprich nicht ſo mit mir, Dina. Warum kommſt Du mich zu ängſtigen? Ich habe Dir Nichts gethan. Warum kannſt Du mich nicht in Ruhe laſſen?

Der armen Dina ging ein Stich durch's Herz. Sie war zu verſtändig um weiter zu predigen, und ſagte bloß in mildem Ton:

Ja liebes Kind, Du biſt müde, ich will Dich nicht länger hindern. Geh ſchnell zu Bette. Gute Nacht!

Sie entfernte ſich beinahe ſo ruhig und ſo ſchnell als wäre ſie ein Geiſt geweſen; aber als ſie ſich wieder vor ihrem eigenen Bette befand, warf ſie ſich auf ihre Knie und ergoß in tiefem Schweigen all das leidenſchaftliche Erbarmen das ihre Seele füllte.

Hetty ihrerſeits war bald wieder im Wäldchen; ihre wachen Träume verſanken in ein Schlafleben das kaum bruchſtückartiger und verworrener war als jene.