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en. zögerte ſie noch; ſie war eines göttlichen Gebotes
an er
noch nicht ganz ſicher; die Stimme welche ſie zu Hetty gehen hieß, ſchien nicht ſtärker als die andere Stimme welche ſagte daß Hetty müde ſei, und daß ein Beſuch in einem ſo ungelegenen Augenblick ihr Herz nur um ſo hartnäckiger verſchließen würde.
Dina war nicht zufrieden wenn ſie nicht eine un⸗ verkennbarere Aufforderung erhielt als dieſe innern
Stimmen. Wenn ſie ihre Bibel öffnete, ſo war es noch hell genug um aus ihr Belehrung zu ſchöpfen. Sie kannte die Phyſiognomie jeder Seite und konnte, ohne die Ueberſchrift oder die Zahl zu ſehen, das Buch, manchmal ſogar das Capitel angeben das ſie aufgeſchlagen hatte. Es war eine kleine dicke Bibel mit ganz abgegriffenen Ecken. Dina legte ſie auf den Fenſterſims, wo das Licht am ſtärkſten war,
² und öffnete ſie dann mit dem Zeigefinger. Die erſten
Worte welche ſie anſah ſtanden oben links auf der Seite und lauteten:„Es war aber viel Weinens unter ihnen allen und fielen Paulus um den Hals und küßten ihn.“ Das war für Dina genug; ſie hatte die denkwürdige Abſchiedsſcene in Epheſus auf⸗ geſchlagen, als Paulus ſich verpflichtet fühlte ſein Herz in einer lezten Ermahnung und Warnung zu
ergießen. Nun zögerte ſie nicht länger, ſondern öff⸗
nete leiſe ihre Thüre, ging hinaus und klopfte bei
Hetty an. Wir wiſſen daß ſie zweimal zu klopfen
hatte, weil Hetty ihre Lichter auslöſchen und ihr ſchwarzes Spizentuch abwerfen mußte; aber auf das zweite Klopfen öffnete ſich die Thüre ſogleich. Dina
gg fragte: Darf ich hereinkommen, Hetty? Hetty aber hl gab in ihrer Verwirrung und in ihrem Aerger keine 17*


