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Lammzeit immer zu beſonderer Verpflegung herein⸗ brachte; denn die Lämmer bekam man doch früher oder ſpäter wieder vom Halſe. Was die jungen Hühner und Puter betraf, ſo würde Hetty ſchon das Wort Brüten gehaßt haben, hätte ihre Tante nicht ihre Aufmerkſamkeit für das junge Geflügel dadurch erkauft daß ſie ihr den Ertrag eines Stückes von jeder Brut zuſicherte. Die runden flaumigen Küch⸗ lein die unter den Flügeln ihrer Mutter hervorpiepten machten Hetty nie die geringſte Freude; das war nicht die Art von Schönheit die ihr zuſagte; um ſo mehr aber gefielen ihr die hübſchen neuen Dinge die ſie mit dem erlösten Geld auf dem Treddleſtoner Markt kaufte. Und doch ſchaute ſie ſo freundlich, ſo allerliebſt darein wenn ſie ſich bückte um das einge⸗ weichte Brod in den Hühnerkorb zu legen, daß es großen Scharfſinn erfordert hätte um eine ſolche Herzenshärtigkeit bei ihr zu vermuthen. Molly, die Magd mit einer Stulpnaſe und hervorſtehenden Backenknochen, war in Wirklichkeit ein weichherziges Mädchen und, wie Frau Poyſer ſagte, ein wahrer Juwel für das Geflügel; aber ihr dummes Geſicht verrieth Nichts von dieſer mütterlichen Wonne, ſo wenig als man durch einen braunen irdenen Krug das Licht der Lampe ſehen kann die darin brennt. Gewöhnlich iſt es ein Weiberauge das zuerſt die moraliſchen Mängel entdeckt die ſich unter der glatten trügeriſchen Hülle der Schönheit verbergen: kein Wunder alſo wenn Frau Poyſer, mit ihrem ſcharfen Blick und ihren reichlichen Gelegenheiten zum Beob⸗ achten, ein ziemlich richtiges Urtheil darüber ge⸗ wonnen hatte was in Bezug auf das Gefühl von


