Teil eines Werkes 
1 (1861) Adam Bede
Entstehung
Einzelbild herunterladen

254

Hetty zu erwarten ſei; auch hatte ſie ſich in Augen⸗ blicken der Entrüſtung zuweilen ſehr offen gegen ihren Mann ausgeſprochen.

Sie iſt nicht beſſer als ein Pfau der auf der Mauer umherſtolziren und in der Sonne ſein Rad ſchlagen würde, wenn auch alle Leute in der Ge⸗ meinde auf den Tod lägen: ſie nimmt ſich auch nicht das Geringſte zu Herzen; ſie blieb ganz kalt als wir meinten Totty ſei in den Teich gefallen. Bedenke doch, der holde Engel! Und wir fanden ſie mit ihren kleinen Schuhen im Schlamm ſtecken, und ſie ſchrie ſich beinahe das Herz ab, aber Hetty machte ſich gar nichts daraus, das konnte ich wohl ſehen, obſchon ſie das Kind von ſeiner Geburt an zu be⸗ ſorgen hatte. Ich glaube ihr Herz iſt ſo hart wie ein Kieſel.

Nein, nein, verſezte Herr Poyſer,Du mußt Hetty nicht zu hart beurtheilen. Die jungen Mädchen ſind wie unreifes Korn; allmählig geben ſie gutes Mehl, aber im Anfang ſind ſie noch weich und grün. Du wirſt ſehen, Hetty macht ſich noch ganz gut wenn ſie einmal einen braven Mann und eigene Kinder hat.

Ich möchte nicht gerne hart ſein gegen das Mädchen. Sie hat geſchickte Finger und kann ſich, wenn ſie will, recht nüzlich machen; namentlich beim Buttern würde ich ſie ſehr vermiſſen, denn darauf verſteht ſie ſich wie keine andere. Und geh es wie es wolle, ich werde gegen eine Nichte von Dir immer handeln wie es recht iſt, und das habe ich auch ſchon gethan, denn ich habe ſie Alles gelehrt was in eine Haushaltung gehört und habe ſie oft genug an ihre Pflicht erinnert, obſchon ich, weiß Gott, keinen

,-,-..