249
vorgezeichnet; in dieſen Augenlidern ſo zart wie Blumenblätter, und dieſen langen Wimpern die ſich wie Staubfäden kräuſeln, in den dunkeln feuchten Tiefen dieſer wundervollen Augen.
Wie wird ſie ihre Kinder vergöttern! Sie iſt beinahe ſelbſt noch ein Kind, und die kleinen roſigen Dinger werden um ſie herumhängen wie die Blümchen um die Hauptblume; und der Eheherr wird mit freundlichem Lächeln zuſchauen, und wenn es ihm beliebt, wird er ſich ins Heiligthum ſeiner Weisheit zurückziehen, nach welchem ſein holdes Weib ehrerbie⸗ tig blicken wird, aber ohne jemals den Vorhang zu heben. Es iſt eine Ehe wie einſt im goldenen Zeit⸗ alter, wo die Männer alle weiſe und majeſtätiſch, die Frauen insgeſammt lieblich und liebevoll waren.
So ungefähr dachte unſer Freund Adam Bede von Hetty; nur ſezte er ſeine Gedanken in andere Worte. Wenn ſie ſich kalt und hochmüthig gegen ihn benahm, ſo ſagte er zu ſich:„Dieß geſchieht bloß weil ſie mich nicht lieb genug hat,“ und er war über⸗ zeugt daß ihre Liebe, wenn ſie dieſelbe jemals ver⸗ ſchenke, das koſtbarſte Ding ſein würde das ein Mann auf Erden beſizen könne. Ehe ihr Adam wegen dieſes Mangels an Scharfſinn verachtet, fragt euch ſelbſt ob ihr jemals geneigt waret von einem hübſchen Weibe Böſes zu glauben, ob ihr je, ohne die allerhandgreiflichſten Beweiſe, von der einen überſchwänglich hübſchen Frau die euch behext hatte Böſes glauben konntet. Nein: wer flaumige Pfir⸗ ſiche liebt iſt nicht im Stand an den Stein zu denken und zerbeißt ſich zuweilen ſchrecklich ſeine Zähne daran.
Auch Arthur Donnithorne hatte dieſelbe Anſicht


