Teil eines Werkes 
1 (1861) Adam Bede
Entstehung
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von Hetty, ſo weit er überhaupt über ihr Weſen nachgedacht hatte. Er hielt ſie für ein gutgeartetes und liebreiches Geſchöpſchen. Der Mann der die ſtaunende zitternde Leidenſchaft eines jungen Mäd⸗ chens ins Leben ruft hält ſie immer für liebreich, und wenn er zufällig in die künftigen Jahre blickt, ſo meint er vermuthlich tugendhaft zärtlich gegen ſie zu ſein, weil das arme Ding ſich ſo liebevoll an ihn feſtklammert. Gott hat dieſe theuern Weiber ſo ge⸗ ſchaffen, und in Krankheitsfällen iſt das eine ange⸗ nehme Einrichtung.

Am Ende glaube ich daß auch die Weiſeſten von uns zuweilen auf dieſe Art getäuſcht werden müſſen, ſo daß ſie von den Leuten beſſer und ſchlechter denken als ſie verdienen.

Die Natur hat ihre Sprache und ſie weiß nichts von Unwahrheit, aber wir kennen juſt alle Verwick⸗ lungen und Feinheiten ihrer Syntax noch nicht, und beim haſtigen Ueberleſen kann es begegnen daß wir gerade das Gegentheil ihres eigentlichen Sinnes her⸗ ausbringen. Lange dunkle Augenwimpern zum Bei⸗ ſpiel, was kann es Schöneres geben? mir iſt es un⸗ möglich nicht etwas Seelenvolles und Inniges in dunkeln grauen Augen mit langen dunkeln Wimpern zu ſuchen, obſchon Erfahrung mich gelehrt hat daß ſie ſich auch mit Falſchheit, Betrug und Dummheit vertragen. Aber wenn ich mich dann in der Reac⸗ tion des Widerwillens an Fiſchaugen hielt, ſo iſt ein überraſchend ähnliches Ergebniß zu Tage gekom⸗ men. Man beginnt endlich zu argwöhnen daß zwi⸗ ſchen Augenwimpern und Sittlichkeit keine unmittel⸗ bare Wechſelbeziehung vorhanden ſei, oder auch daß