Teil eines Werkes 
1 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Haar iſt ſorgfältig unter eine Linnenhaube mit ſchwar⸗ zem Bande zurückgekämmt; ihre breite Bruſt iſt mit einem hellgelben Halstuch bedeckt, und unter dieſer ſeht ihr eine kurze Nachtjacke von blaugeſtreifter Lein⸗ wand um den Leib gebunden und bis an die Hüften herabreichend, wo ſich ein langer halb leinener, halb wollener Unterrock anſchließt. Denn Lisbeth iſt von hoher Statur, und auch in andern Beziehungen iſt eine ſtarke Aehnlichkeit zwiſchen ihr und ihrem Sohn Adam vorhanden. Ihre dunkeln Augen ſind jezt etwas trübe, vielleicht von zu vielem Weinen, aber ihre ſtarkmarkirten Brauen ſind noch immer ſchwarz, ihre Zähne geſund, und wie ſie da vor der Thüre ſteht und mit ihren abgehärteten Händen unbewußt fleißig ſtrickt, zeigt ſie eine ſo feſte und aufrechte Haltung als trüge ſie einen Waſſereimer vom Brun⸗ nen auf dem Kopfe einher. Es iſt derſelbe Typus in der ganzen Bildung und dasſelbe rührige lebhafte Temperament bei Mutter und Sohn; aber ſeine ſchöngewölbte Stirne und ſeinen Ausdruck hochher⸗ ziger Intelligenz hat Adam nicht von ihr bekommen,

Familienähnlichkeiten haben oft etwas ſehr Weh⸗ müthiges an ſich; die Natur, dieſe große Tragikerin, verknüpft uns durch Bein und Muskel zuſammen und trennt uns wieder durch die feineren Gewebe des Gehirns; ſie vermengt Anziehung und Abſtoßung und feſſelt uns mit unſern Herzensſaiten an Weſen von denen jede Bewegung uns wehthut. Wir hören eine Stimme mit dem volſſtändigen Tonfall der unſrigen Gedanken ausſprechen die wir verachten; wir ſehen Augen die denen unſerer Mutter ſo ſehr gleichen in kalter Entfremdung von uns ab⸗