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Drittes Capitel.
Nach der Predigt.
Etwa eine Stunde nachher ſchritt Seth Bede an Dina's Seite die Hecken entlang welche die Weiden und die grünen Kornfelder zwiſchen dem Dorfe und dem Pachthof einfaßten. Dina hatte ihr Quäker⸗ häubchen wieder abgenommen und trug es in der Hand, um ſich an der kühlen Abenddämmerung recht frei erlaben zu können, ſo daß Seth den Ausdruck ihres Geſichtes ganz deutlich ſehen konnte, als er ſo neben ihr herging und ſchüchtern Etwas überlegte was er ihr zu ſagen wünſchte. Es war ein Aus⸗ druck unbewußten friedlichen Ernſtes; ſie ſchien in Gedanken verſunken zu ſein die mit dem gegenwär⸗ tigen Augenblick oder mit ihrer eigenen Perſönlichkeit gar Nichts zu ſchaffen hatten, und für einen Lieb⸗ haber gibt es nichts Entmuthigenderes. Sogar ihr Gang übte dieſe Wirkung aus: er hatte jene ruhige Elaſticität die keine Unterſtüzung begehrt. Seth fühlte es dunkel; er ſagte zu ſich ſelbſt:„Sie iſt für jeden zu gut und zu heilig, geſchweige denn für mich,“ und die Worte die er aufgeboten hatte ſtrömten wie⸗ der zurück bevor ſie über ſeine Lippen gekommen. Aber ein anderer Gedanke verlieh ihm Muth: kein Mann könne ſie inniger lieben und ihr mehr Freiheit laſſen um dem Werke Gottes nachzukommen. Sie waren jezt mehrere Minuten ſchweigend neben ein⸗ ander hergeſchritten, ſeitdem ſie ſich über Beſſy Cra⸗ nage ausgeſprochen hatten. Dina ſchien die An⸗
Eliot, Adam Bede. I. 4


