Teil eines Werkes 
1 (1861) Adam Bede
Entstehung
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auf ihren Blättern gemahnen. Die Augen hatten keine beſondere Schönheit außer im Ausdruck; ſie blickten ſo einfach, ſo treuherzig, ſo ernſt und lieb⸗ reich, daß jeder anklagende Spdtt, jeder leichtfertige Hohn vor ihrem Glanz ſchmelzen mußte. Joſua Rann räuſperte ſich lange, als wollte er ſeine Kehle reinigen um zu einem neuen Verſtändniß über ſich ſelbſt zu gelangen; Chad Cranage lüpfte ſein Leder⸗ käppchen und krazte ſich am Kopfe, und Drahtben wunderte ſich wie Seth nur ſo frech ſein könne um ein ſolches Mädchen zu freien.

Ein liebliches Geſchöpf, ſagte der Fremde zu ſich ſelbſt,aber zu einer Predigerin hat die Natur ſie ſicher nicht beſtimmt.

Vielleicht gehörte er zu denjenigen welche meinen, die Natur habe ihre theatraliſchen Eigenheiten, und in der wohlüberlegten Abſicht die Kunſt und Pſy⸗ chologie zu erleichtern, ſtelle ſie ihre Charactere ſo her daß ein Mißgriff in Bezug auf ſie nicht ſtatt⸗ finden könne. Aber Dina begann zu ſprechen.

Liebe Freunde, ſagte ſie mit klarer aber nicht lauter Stimme,laßt uns beten um den Segen des Herrn!

Sie ſchloß ihre Augen, ließ ihren Kopf ein we⸗ nig ſinken und fuhr in demſelben gedämpften Tone, als ſpräche ſie zu Einem der ihr ganz nahe ſei, alſo fort:

Erlöſer der Sünder! Als ein armes ſünden⸗ beladenes Weib ausging um Waſſer zu ſchöpfen, da fand ſie dich an dem Brunnen ſizend. Sie kannte dich nicht, ſie hatte dich nicht geſucht; ihr Geiſt war dunkel, ihr Leben war unheilig. Aber

Eliot, Adam Bede. I. 3