Teil eines Werkes 
1 (1861) Adam Bede
Entstehung
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ſtand:Ich weiß, ihr haltet mich für ein hübſches Mädchen das zum Predigen noch zu jung ſei; da war kein Auf⸗ und Niederſchlagen der Augenlider, keine Einkneifung der Lippen, keine Haltung der Arme

die bedeuten ſollte:Aber Ihr müßt mich für eine

Heilige anſehen. Sie hielt kein Buch in ihren blo⸗ ßen Händen, ſondern ließ ſie leicht verſchlungen vor ſich herabhängen, während ſie da ſtand und ihre grauen Augen auf das Volk richtete. Es war nichts Scharfes in den Augen; ſie ſchienen eher Liebe aus⸗ zuſtrömen als Beobachtungen zu machen; ſie hatten den feuchten Blick welcher verkündet daß die Seele voll iſt von dem was ſie zu geben hat, und daß ſie ſich nicht unter dem Eindruck äußerer Gegenſtände befindet. Sie ſtand links gegen die untergehende Sonne; laubige Zweige ſchüzten ſie vor ihren Strah⸗ len; aber in dieſer nüchternen Beleuchtung ſchien ihre zarte Geſichtsform eine ſtille Lebendigkeit zu gewinnen wie Blumen am Abend. Ein kleines, ovales Geſicht von gleichförmiger durchſichtiger Weiße, Wangen und

Kinn eirund geſchwungen, ein voller aber feſter Mund,

eine feine Naſe, die Stirne nieder aber gerade, ein hoher Scheitel mit röthlich blonden, glattanliegenden Haaren. Sie trug dieſelben hinter die Ohren ge⸗ kämmt unter einer anliegenden Quäkerhaube, aus der ſie nur über der Stirn einige Finger breit hervor⸗ ſahen. Die Brauen, von derſelben Farbe wie das

Haar, waren vollkommen horizontal und feſtgepinſelt;

die Wimpern waren zwar nicht dunkler, aber lang und reich; man ſah nichts Entſtelltes oder Unfer⸗

tiges an ihr. Es war eines jener Geſichter die an

weiße Blumen mit einem leichten Anhauch von Farbe

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