wieder in die Kammer hin, und er nahm immer wieder ihre kalte Hand und ſprach: „Nutter, liebe Anna, rede doch noch ein⸗ mal, willſt Du denn Deinen alten Willi⸗ bald ſo ganz verlaſſen, und ohne ihn zur Ruhe gehen?“
So war es faſt Abend geworden, und Willibald dachte daran, daß er noch hin⸗ auf in die Kirche müßte, um auf den mor⸗ genden heiligen Pfingſttag noch mancherlei
darin zu ordnen. Er nahm die Kirchenſchlüſ⸗
ſel und aus dem Kaſten noch ein Päckchen Kirchenwäſche, welche Anna kurz vor ihrem Tode zu dem nahen Feſte ſäuberlich gewa⸗ ſchen und geglättet hatte, und wollte nun
gehen, aber es mahnte ihn, zuvor noch ein⸗
mal ſeine Anna zu ſehen. Er ſchlich in die Kammer, und ein roſenfarbener Strahl der Abendſonne ſchien auf ihr ruhiges Geſicht, wie ein ſanft darüber gehauchtes Leben. Willibald trat hin vor die Schläferin, er ſah ſie lange ſchweigend an, und eine Thräne nach der andern ſiel ohne ſein Wiſ⸗ ſen auf ſie herab; endlich wachte er aus ſei⸗
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