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nem Verſinnen auf und ſagte:„Anna, ſieh, hier iſt die ſchöne Pfingſtwäſche und Dein liebes Altartuch, das Du vor vierzig Jahren ſelber genäht und an unſerm Hochzeittage der Kirche geſchenkt haſt, das Dir immer ſo
lieb war, wenn es an heiligen Feſttagen den
Altar ſchmückte, und Dich immer wieder an unſere Jugend und den Oſtertag nach unſerer Hochzeit erinnerte, wo Du es ſelbſt das erſte Mal hinauf zur Kirche trugſt und es über den Altar hingſt; ſieh nur, wir ſind ſeitdem alt geworden, aber das ſorgſam bewahrte Tuch ſieht faſt noch ſo friſch aus, wie damals; ſoll ich es denn heute zum erſten Male allein drüben ausbreiten, und werd' ich es Dir auch recht machen? Steh' auf, liebe Anna, und breite Du es aus wie ſonſt.— Aber Du bleibſt ſtumm und ſtill; Anna, es iſt mir, als würde ich auch bald ſo ſtill werden! Weißt Du noch, wie wir alle Abende gebe⸗ tet, der liebe Gott möge uns Beide zugleich ſterben laſſen, und doch biſt Du zuerſt ein⸗ geſchlafen. Nun, der liebe Gott hat es ſo gewollt, doch lange läßt er mich gewiß nicht


