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Herz, waͤhrend ich hier liege: daß keine Seele in der weiten Welt, die ich jetzt verlaſſe, uͤber mich klagen kann. Zwar arm, habe ich doch redlich gelebt, und Dich, Marie, auch dazu erzogen⸗ und Deine kleinen Geſchwiſter werden Dich zum Beiſpiel nehmen: denn Du wirſt gut gegen ſie ſein— ſo gut als Du kannſt.
Hier kamen die Kinder, die ihr Abendbrod verzehrt hatten, um das Bett, und horchten, was ihre Mutter ſprach. Sie hatte ſich durch das Sprechen erſchoͤpft, und war aͤußerſt ſchwach; aber ſie ergriff die Haͤndchen der Kinder, die auf ihrem Bette lagen, und ſie alle ineinander legend, ſprach ſie:„ Gott ſegne Euch, meine Theuren — Gott ſegne Euch— liebt und helft Euch ein⸗ ander, ſo gut ihr koͤnnt— gute Nacht— Gott mit Euch!
Marie entfernte die Kinder von dem Bette, da ſie ſah, daß ihre Mutter zu ſchwach war, um mehr ſagen zu koͤnnen; aber ſie wußte nicht, wie ſehr krank ſie war. Ihre Mutter vermochte nachher nicht mehr im Zuſammenhange zu ſprechen, ſon⸗


