lein wußte, wie es zugegangen... Der Kahn trieb leer auf den Wellen... Man hatte ihn aufgefangen und Margherita's Buſentuch auf der Ruderbank gefunden.
Aleſſandro erzählte dies in ſo unzuſammenhängen⸗ der Weiſe, daß ich ihn ſchwerlich ganz verſtanden hätte, wäre mir nicht Alles von vornherein klarer geweſen, als ihm ſelber. Er ſuchte mich zu tröſten; er ſprach von Gottes unabänderlichen Fügungen... Er ahnte nicht, daß ich Margherita ermordet hatte!
Einen Augenblick war ich nahe daran, ihm und dem beweinenswerthen Vater den wahren Sachverhalt zu enthüllen. Aber die Erwägung, daß ich den Schmerz der unglücklichen Menſchen durch meine Selbſtanklage nur zwecklos verdoppeln würde, hinderte mich an der Ausführung eines ſolchen verzweifelten Entſchluſſes.
Noch deſſelbigen Tages verließ ich Torre del Greco. Wie ein Irrſinniger ſtreifte ich durch die entlegenſten Schluchten der Apenninen, als könnte ich dem verzeh⸗ renden Weh, das ich mit mir herumtrug, in der Ein⸗ öde des Gebirges entfliehen, als gäbe es in dieſen Re⸗ gionen der Verlaſſenheit ein Aſyl für mich, wo ich Ruhe finden würde für meine Seele! Die todte Mar⸗ gherita verfolgte mich bei Tag und bei Nacht wie ein geſpenſtiſcher Schatten. Die bleiche Geſtalt ihres Va⸗ ters ſchien mir aus jedem Winkel vorwurfsvolle, thrä⸗


