Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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ſchloßnen Augen in die Ecke ſeines Wagens gedruͤckt, der Nordſee zu.

In der Kirche zu Ottenſen ward ihm endlich der lange gehegte Wunſch gewaͤhrt, Dorotheen noch einmal wieder zu ſehen. Der Gaſtwirth, bei dem er

eingekehrt war, zeigte ſie ihm dort. Er ſelbſt haͤtte

ſie ſchwerlich herausgefunden aus den hundert ſrem⸗ den Geſichtern, zwiſchen denen ſie war. Die Bluͤ⸗ the ihrer Schoͤnheit war vor der Zeit verwelkti In jeder ihrer Mienen, in jedem ihrer tief geſenkten Bli⸗ cke glaubte er zu leſen, wie traurig und duͤſter ihr Eheleben geweſen ſeyn muͤſſe. Ein Bild des tiefſten Kummers trat in ſeiner Seele an die Stelle des ſon⸗ ſtigen, engelſchoͤnen Traumbildes. Eine neue Trauer erfuͤllte ſein Herz!

Als der Gottesdienſt geendet war, ſtellte er ſich,

vor der Kirchthuͤr, neben Klopſtocks Denkmal, und dachte mit Seufzen, wie begeiſtert er, in den gluͤcklichen Tagen ihrer Liebe, aus des unſterblichen Dichters Selmar und Selma ſeiner Doro⸗ thee vorgeleſen hatte:

Selma, ich ſterbe mit Dir!

Den Schmerz ſol Selma nicht fuͤylen,

Daß ſie ſterben mich ſieht!

Dicht neben ihm ging jetzt langſan Dorothee

vorüͤber, ohne ihn zu erkennen, oder zu beachten!

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