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Wenig fehlte, daß er ihre Hand ergriff. Nicht mehr, um zu koſen mit ihr, wie in den Jahren der bluͤhen⸗ den Jugend, wohl aber, um ihr, aus der Fuͤlle des tief bewegten Herzens, Worte des Mitleids und der Trauer zu ſagen, um ſich noch einmal recht aus⸗ zuweinen an ihrem Herzen, waͤre er ihr gern in ihre Wohnung nachgefolgt; aber er fuͤhlte, daß er in dem Gemuͤth der Ungluͤcklichen nur ein geſchaͤrftes Gefuͤhl ihres Ungluͤcks aufregen wuͤrde, wenn er ſich ihr zu erkennen gaͤbe, und ſie an die ſchoͤne Zeit ihrer gluͤck⸗ lichen Liebe erinnerte. Jeden Wunſch dieſer Art kaͤmpfte er alſo nieder; und nur ſeine bethraͤnten Blicke und ſeine fröͤmmſten Wuͤnſche begleiteten ſie, bis ſie an der Thuͤr ihrer Wohnung verſchwand. Leiſe ſeufzte er ihr nach:„Selma! Selma! ich moͤchte ſterben mit Dir!“
Gaͤnzlich abgeſchloſſen war nun ſeine Rechnung mit Allem, was er geliebt hatte. Der ſonſt ſo hoch flammende Berg ſeines Herzens war zum ſchwarzen Krater geworden, voll kalter„ trauriger Aſche.—
Am Strande von Cuxhaven ſah er endlich das Meer, das alte Ziel ſeiner wilden, jugendlichen Traͤu⸗ me und Wuͤnſche! Von einem ſchwuͤlen, duͤſtern Himmel uͤberſpannt, lag es, in weiter Ausdehnung, dunkel und ruhig vor ſeinem weit hinausſtarrenden


