Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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Lebens hoͤchſte, faſt einzige Freude geweſen war; und mit einem Schmerzgefuͤhl, als ob eine zertruͤmmerte Welt gegen ſeine Bruſt ſüüszte ſtammelte er endlich: Sie iſt todt!

Selbſt im hoͤchſten Grade des Troſtes bedärftig,

verſuchte doch Weſtold, dem ungluͤcklichen Freun⸗

de ein Wort des Troſtes zu ſagen, und zog ihn mit Bruderarmen an ſeine hochathmende Bruſt. Doch ohne die Umarmung zu erwiedern, ſagte Haſtebeck zu ihm:Still doch! ſtill! Es mußte ja ſo kom⸗ men! Ich kenne mein Geſchick. Gieb acht: auch Herrmann iſt todt! vielleicht ſchon begra⸗ ben! Er fragte jetzt auch gar nicht mehr, ob Herrmann geſtorben ſeyn moͤge, ſondern nur noch, wann und wo?!

Die Graͤfin druͤckte Seraphinen die ſchoͤnen Augen zu, die nun ausgeleuchtet hatten, wie zwei untergegangene Sterne. Auch einen Kuß druͤckte ſie noch auf den Mund, der, in ſeiner jetzigen Blaͤſſe, einer verblichenen Roſe glich, und auf immer ver⸗ ſtummt war, wie eine zerriſſene Saite. Keine andern, als Haͤnde der Liebe, durften die theure Lei⸗ che berühren; und Auguſte ſorgte, daß ſie im

Sarge mit einem Kranze von weißen und rothen Ro⸗

ſen geſchmuͤckt ward, wie fruͤher Weſtolds un⸗ gluͤckliche Schweſter.

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