Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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koͤnne. Jetzt hielt ihn aber die bange Beſorgniß um Seraphinen ſo gefeſſelt, daß es ihm unmoͤglich war, ſich von Aarhorſt zu entfernen. Statt deſſen, ſchrieb er zwei gleichlautende Briefe an Herrmann, mit der Nachricht, daß er keinesweges Seraphi⸗ nens wirklicher Bruder ſey, und daß er daher ei⸗ ligſt zu ihr zuruͤckkehren ſolle. Dieſe beiden Briefe gab er zwei Bedienten, mit der Vorſchrift, auf zwei verſchiedenen Straßen nach dem Schauplatz des Kriegs zu reiten, und Herrmanns Regiment außzuſuchen, bei dem er wahrſcheinlich zu finden ſeyn werde. Nur zu bald mahnte Kanonendonner aus der Ferne die beiden Bothen, ſo raſch vorwaͤrts zu eilen, als ihre Pferde zu laufen vermochten.

Der Arzt kam, und aͤußerte ſich ſehr bedenklich uͤber Seraphinens Zuſtand. Ein zweiter Arzt, der herbei geholt wurde, aͤußerte ſich eben ſo. Furcht und Hoffnung behaupteten im ſchnellen Wechſel die Oberherrſchaft uͤber die Herzen Derer, die mit der liebevollſten Sorgfalt das Krankenbett umſtanden. Die Graͤfin ließ ſich nur zu gern und zu leicht durch jeden Schimmer einer ſcheinbaren Beſſerung taͤuſchen. Gern war ſie jetzt bereit, auf den Nahmen Mutter Verzicht zu thun, wenn Die nur am Leben erhalten wuͤrde, welche ſie muͤtterlich fortlieben mußte: es mochte ihre Tochter ſeyn, oder nicht. Haſtebeck

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