Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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nicht liebt. Mein Bericht konnte Dich alſo nicht gluͤcklich, ſondern Dir nur neue Schmerzen machen. Ja, ich hatte das Gefuͤhl, Dorothee muͤſſe hoͤ⸗ her in Deiner Seele ſtehen bleiben, wenn ich Dir ihre Schwaͤche verſchwiege, als wenn ich ſie Dir ohne Ruͤckhalt mittheilte. Denn wirſt Du ihre Schwaͤche, fruͤher oder ſpaͤter, mißbilligen: ſo verlierſt Du auf ſchmerzliche Weiſe ein ſchoͤnes, reines Bild aus Deiner Seele; biſt Du ſelbſt aber fortwaͤhrend ſchwach genug, einen Wohlgefallen an ihrer Schwaͤche zu finden: ſo verlierſt Du Dich nur in Traͤumereien, die eines ernſten Mannes nicht wuͤrdig ſind, und die Dich, je tiefer ſie in Dein Weſen greifen, nur deſto verſtimmter, ja wohl ungluͤckli⸗ cher machen muͤſſen.

Das alles ſagte mir meine Vernunft, bei oft⸗ maliger, ernſter Ueberlegung auf meiner Ruͤckreiſe. Und, leider, auch mein Herz, mein nur zu warmes Gefuͤhl füͤr Dich widerſtrebte jedem Berichte, der Deinem Gefuͤhl auf irgend eine Weiſe weh thun mußte. Was ſoll ich es leugnen vor Dir? Liebe und Eiferſucht hatten ihren großen Theil an meinem