gleich eine großſtädtiſche Frau, eine Art Weltkind, im Vergleich mit Auguſten: ſo fand ſie ſich doch, mit unbefangener Gewandtheit, in Sitte und Ton des laͤndlichen, gaſtfreundſchaftlichen Hauſes, und ihre lebendige Heiterkeit trug nicht wenig zu der allge⸗ meinen, geſelligen Freude bei.
Der gluͤcklichſte von Allen aber war Weſtold; und Haſtebeck ſah mit der hoͤchſten Genugthuung, was aus dem verzagten, hypochondriſchen Advokaten fuͤr ein heiterer, beweglicher Landmann geworden war. Von ganzer Seele freute er ſich ſeines gelun⸗ genen Werks; und mit einem gefuͤhlvollen, faſt frommen Tone, der ihm ſonſt fremd war, antwor⸗ tete er auf Auguſtens freudige und dankbare Herzensergießungen:„Gott ſey tauſendmal gedankt! Da habe ich doch endlich einmal etwas Gutes ge⸗ than! etwas Gluͤckliches vollbracht!" Als ſie und Weſtold aber fortfahren wollten, ihn zu loben und ihm mit ſteigender Ruͤhrung zu danken, fuhr er, in ſeiner ſonſtigen Weiſe, ſchnell mit den Worten daswiſchen:„Haltet die Maͤuler, wenn ich nicht
Weſtold. I. Theil, 15


