Teil eines Werkes 
1. Theil (1823)
Entstehung
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dern zu ſchauen. Ohne Abſicht ohne nach einem

Menſchen zu ſuchen, war mein Blick nach den dicht

gedraͤngten Reihen betender Frauen gerichtet. Da begegnen mir endlich einmal, zweimal und oͤfter noch, halb forſchende, halb ſchuͤchterne Blicke aus zwei großen, ſchwermuͤthigen Augen, die ſich jedes⸗ mal zum Boden ſenken, wenn die meinigen ihnen begegnen. Es that mir einen Stich ins Herz, ohne daß ich noch wußte, warum. Aber jetzt kommt eine kleine Bewegung unter die Zwiſchenſtehenden. Ich kann endlich das ganze Geſicht, das mich ſo ſonder⸗ bar feſſelte, ſehn; und ploͤtzlich faͤhrt es mir, wie ein Blitz, durch die Glieder! ich glaube, Dorotheen zu ſehn; nur in ſchmerzlich veraͤnderter Geſtalt! ab⸗ gebleicht die ſchoͤnen Roſen ihrer Wangen; zu trau⸗ rigem Ernſte geworden das unſchuldige Laͤcheln ihres Mundes; und verloſchen in duͤſterer Kaͤlte der zau⸗ beriſche Glanz ihres ſchoͤnblauen Auges! Ich ſtarrte hin, wie nach einer Zaubererſcheinung! Endlich wurde mir's klar, daß es Dorotheens Schwe⸗ ſter war, die ich ſah! Mir war wunderbar zu Mu⸗ the. Dennoch entging es mir nicht, daß ſie von

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