Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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gepflanzt hat, welches von dieſem aber erſtickt, und durch Selbſtſucht erſetzt wird. Dieſes bittere Gefühl vermehrte noch meine Reizbarkeit; man könnte be⸗ haupten, daß die Verzweiflung ſich durch ſich ſelbſt vermehrt; die meinige hatte den Gipfel erreicht, als ich plätzlich den Wagen der Herzogin auf mich zu⸗ kommend, zu erblicken glaubte. Ich erkannte ſchon aus der Ferne ihre Pferde und ihre Leute, und noch einmal wurde mein Herz durch eine andere Empfin⸗ dung, als die des Schmerzes, bewegt, denn ich hoffte, daß die Geliebte an mir vorüberfahren würde. Der Wagen hielt jedoch zehn Schritte von mir an, und fuhr dann in den Hof des kleinen Nonnenkloſters Mariä Heimſuchung. Ich glaubte, daß die Herzogin dort die Meſſe hören wollte, und es ſtieg ſogleich der Gedanke in mir auf, ihr zu folgen, mit ihr zu beten, für ſie zu beten, Gott um Kraft für uns Beide zu bit⸗ ten, Barmherzigkeit und Hülfe von der Quelle alles Heils zu erflehen, aus welcher uns noch dann Troſt ent⸗ gegen quillt, wenn nichts mehr auf der Welt uns Troſt gewähren kann. Die Gegenwart dieſes Engels ſchlug alſo meine Verzweiflung in Feſſeln, bewahrte mich vor dem Verbrechen, welches ich auf dem Wege war zu vollbringen, und rettete mich von ſchmähligem Verderben..

In einem dunkeln Winkel dieſer kleinen Kirche warf ich mich auf die Knie, und flehte mit Inbrunſt zu Gott, die Theure zu ſchützen, zu tröſten, zu ſeg⸗ nen, welche ich ſo heiß, ſo innig liebte. Sie war in einer vergitterten Tribune, und ſo meinen Blicken verborgen; ich dachte aber, vielleicht betet ſie jetzt für ihren unglücklichen Freund, vielleich beſeelt uns