Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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noch einmal ein gleiches Gefühl. Himmliſcher Va⸗ ter! rief ich aus, mögen unſere Gebete ſich bei Dir verbinden, wie unſere Seelen ſich einſt bei dir ver⸗ einen werden. Nur ſo und nicht anders werden wir vereint ſeyn, denn Du haſt nicht gewollt, daß wir es hinieden waren, doch in Deinem Himmel wirſt Du uns nicht trennen. O laß, gütiger Gott, ſie nicht das Opfer meiner Thorheit werden, dann will ich ja gern Alles dulden und tragen. Laß ihre Verläum⸗ der zu Schanden werden. Ich bin, ſo ſagt man, nicht würdig ſie zu rächen. Immerhin, was liegt an meinem Leben, was an allen Uebrigem, wenn ſie glücklich und gerechtfertigt daſteht! 8

Ich bin allein ſchuldig; hätte ich auf die warnende Stimme meiner Pflicht gehört, ſo wär ihr ſchönes Leben nie getrübt worden. Jetzt gilt es, den Muth zu haben, ihr die Ehre zurück zu geben, um welche ich ſie brachte. Ich muß fort, ohne Zaudern, fort von hier. In dieſer Kirche fand ich, ſo ſchien es, eine neue, mir unbekannte Kraft; und die Reue, ſtatt mich in Troſtloſigkeit zu ſtürzen, erzeugte in mir ein recht lebendiges Verlangen, meine Fehler abzubü⸗ ßen, und durch Selbſtaufopferung den Frieden der Seele, dies erſte Bedürfniß des menſchlichen Herzens, wieder zu gewinnen. Ich gelobte mir ſogar, noch ſel⸗ bigen Tages abzureiſen, konnte aber doch gleich dar⸗ auf nicht die Hoffnung zurückdrängen, daß ich die Herzogin beim Einſteigen in den Wagen noch ein⸗ mal ſehen würde. Ich ging hinaus. Zu ſpät! der Wagen war fort. Indem ich das Kloſter verließ, begegnete mir ein junger Mann, den ich fruͤher ei⸗ nige Mal geſehen hatte. Er war kürzlich aus Ame⸗