Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

find es ſich ſelbſt ſchuldig, mir Genugthuung zu ge⸗

ben. Mit Vergnügen würde ich es thun, ſagge

der Herzog. Sie wiſſen, daß ich dergleichen Einla⸗ dungen nicht gerne abſchlage, aber unglücklicher Weiſe iſt mir es in dem vorliegenden Falle unmöglich. Unmöglich? rief ich aus, das möchte ich ſehen! Nicht ungeſtraft ſollen Sie die Tugend verläumden, nicht ungeſtraft eines Engels Reinheit und Unſchuld verlä⸗ ſtern. Was das Verläumden anbetrifft, antwor⸗ tete der Herzog lachend, ſo werden Sie mir er⸗ lauben, daß ich die Sache nicht ſo ernſt nehme; ich habe geglaubt, Sie wären der Anbeter der Frau v. Nevers, ich glaube es noch, ich habe es geſagt, aber ich ſehe in dem Allen eben keine Beleidigung für Sie. Man giebt Ihnen die liebenswürdigſte Frau von Paris zur Geliebten, und Sie werden darüber böſe. Tauſend Andere, und ich vor Allen, wünſch⸗ ten an Ihrer Stelle zu ſeyn. Ich, mein Herr,

aber würde erröthen, wenn ich an der Ihrigen wäre.

Die Frau von Nevers iſt rein, tugendhaft und flek⸗ kenlos; ein Betragen, wie Sie mir es angedichtet haben, wäre das eines Niederträchtigen, und ich ver⸗ lange Genugthuung wegen Ihrer unziemlichen Re⸗ den. Ich rede, wie mir es gefällt, ſagte der Her⸗ zog, und werde über Sie, und ſelbſt über Frau von Nevers denken, was mir beliebt. Sie aber mögen Ihr Liebesglück abläugnen, und das iſt ſogar recht ſchön von Ihnen, obgleich es mit der heutigen Sitte nicht eben übereinſtimmt. Was dagegen unſern Zweikampf anlangt, ſo gebe ich Ihnen mein Ehren⸗ wort, daß ich dazu eben ſo große Luſt fühle, wie Sie, aber Sie wiſſen ſelbſt, es geht nicht, Sie ſind nicht von Adel, Sie haben in der Welt keinen Rang;