50 ewu
4 Herr, ich habe mit Ihnen zu ſprechen. Er kann ſich nicht aufrecht halten, ſagte der alte Diener— Doch, doch! unterbrach ich dieſen, und folgte, alle meine Kräfte zuſammenraffend, dem Marſchall auf ſein Zimmer.
Erklärungen, ſagte der Herr von Olonne, ſind unter uns überflüſſig, meine Tochter hat Alles geſtanden. Die Frau von C., der die Verläumdun⸗ gen, welche in Bezug auf meine Tochter ausgeſprengt worden, früher bekannt wurden, als mir, iſt von Holland hergeeilt, um die umglückliche Freundin von dem Abgrunde wegzureißen, an dem ſie ſchon ſtrau⸗ chelte. Es wird Ihnen nicht fremd ſeyn, wie ſehr Sie dem Ruf meiner Tochter geſchadet haben, und Ihr Beginnen iſt um ſo ſtrafbarer, da es nicht in Ihrer Macht ſteht, das von Ihnen verſchuldete Uebel wieder gut zu machen. Ich wünſche, daß Sie ſogleich abreiſen, ich werde den Sohn meines alten Freundes nicht verlaſſen, wenn er ſich auch meines Schutzes nicht eben würdig betragen. Sie können darauf rechnen, daß Sie durch meine Verwendung als Ge⸗ ſandtſchafs⸗Sekretair bei einem der nordiſchen Höfe angeſtellt werden. Reiſen Sie heute noch nach Lyon ab und erwarten Sie dort Ihre Ernennung.— Für Ihr Erbieten, antwortete ich, muß ich unterthänigſt danken, ich bedarf nichts, morgen aber werde ich nicht mehr hier ſeyn.— Wo wollen Sie hin?—
Ich weiß es nicht.— Was haben Sie für Pläne?—
Gar keine.— Aber was ſoll aus Ihnen werden?— Das iſt gleichgültig— Eduard, glauben Sie nicht, daß das Leben nur die Liebe ſey.— Ich mag kein anderes.— Denken Sie an Ihre Zukunft.— Für
4


