ein ſo blaſſes, verſtörtes Geſicht ſehen, wie ſeither, ſa⸗ gen Sie mir, daß Sie hoffen und leben wollen, ſagen Sie mir, daß Sie glücklich ſind.— Niemals, nein, niemals, rief ich verzweiflungsvoll aus; o mein Him⸗ mel! Sie öffnen mir die Pforten der Seligkeit., und ich muß der Unglücklichſte aller Menſchen bleiben.— Sie, meine Gattin? Ich ſoll Sie hinabziehn zu
mir? Sie dem Tadel, der Verachtung blos ſtellen?
Sie wollen Ihren hohen Rang gegen die Dunkelheit des Meinigen austauſchen, der Herzogin von Nevers ſollte ich meinen unbekannten Namen aufdringen!— Er iſt mir lieber, ſagte ſie, als alle geſchichtliche Na⸗ men; ich werde ſtolz ſeyn, ihn zu führen, es iſt der Name des Geliebten. Eduard, opfern Sie nicht un⸗ ſer Glück einer falſchen Delikateſſe auf.— Glück? Glück? o ſprechen Sie das Wort nicht aus, kann Glück bei Schande wohnen? Wie? ich ſollte jedes Ehrgefühl verläugnen? ich ſoll meinen Wohlthäter, Ihren Vater ſchändlich verrathen? Konnte ich ſei⸗ nen Blick ertragen? Nein, nein Natalie: Ehrlo⸗ ſigkeit iſt unmöglichkeit. Nichts will ich um dieſen Preis.— Wohlan denn, Eduard, ſagte ſie, ſo müſſen wir uns trennen.— Ich war vernich⸗ tet.— Sie wollen meinen Tod, ſagte ich, Sie haben Recht, nur der Freund kann Alles ausgleichen. Ich werde gehen, ich will Soldat werden, dazu bedarf es keines Adelsbriefes, ich will in den Tod gehen, er ſoll mir willkommen ſeyn; o ſegnen wollte ich die Hand, die mir jetzt das Herz durchbohrte.— Ich hatte bei dieſen gräßlichen Worten die Herzogin nicht angeſehen; jetzt traf ſie mein Blick, und ich ſah ſie todtenbleich, erſtarrt, ich glaubte, daß das Leben von ihr gewichen, und ich fühlte, daß es noch größere
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