Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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los in langen Locken auf ihre Schultern, ihr leichtes Gewand wallte um ſie her, ein Spiel der Abendlufte; kaum krümmte ſich das Gras unter ihren niedlichen Füßchen ſie ſchien die Nymphe dieſes Haines. Ich betrachtete das reizende Weib mit unausſprechlicher Wonne, und es zog mich gewaltſam zu ihr hin. Feuer durchglühte meine Adern, die Verzweiflung,

welche ich den Tag über gefühlt hatte, ſchien es an⸗

gefacht zu haben,

Natalie ging mir entgegen, und der bloße Ton ihrer Stimme beſänftigte etwas den Sturm der Lei⸗ denſchaft. Wo haben Sie heute wieder umherge⸗ ſchwärmt? fragte ſie, fürchten Sie denn nicht, daß meinem Vater Ihr langes Außenbleiben auffalle? Möge es immerhin, antwortete ich, gehe ich doch bald dahin, woher man niemals wiederkehrt. Eduard,

ſagte ſie, Eduard, halten Sie ſo Ihr Wort?

Ich weiß nicht mehr, entgegnete ich, was ich verſpro⸗

chen habe, aber wohl weiß ich, daß mir das Lebent

zur Laſt iſt; für mich gibt es keine Zukunft, Ruhe finde ich nur im Grabe. Warum ſollte ich den Tod fürchten, er iſt freundlich geſinnter gegen mich als das Leben; im Tode gibt es keine Rangordnung, dort werde ich nicht mehr der Namenloſe, Niedrigge⸗ borne ſeyn, der Ihnen hienieden nicht gehören darf; dort ſind wir uns Alle gleich. Die Seele lebt ja fort, die Liebe dauert über das Grab hinaus. Dort, jenſeits wird nichts uns trennen, jenſeits werden wir vereint ſeyn. Wir werden es ſchon dieſſeits:

Sduard, ich bin entſchloſſen, ich bin die Ihrige, ich

werde Ihre Gattin. Ich will Ihr Glück, ich will das Meinige! Aber nun laſſen Sie mich nicht mehr