Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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Schmerzen gäbe, als die, welche auf mich drückten. Ich warf mich ihr zu Füßen, erflehete ihre Verzei⸗ hung, ich nahm alles, was ich geſagt hatte, zurück, ich ſchwur zu leben, zu leben, um ſie anzubeten, als ihr Sclave, ihr Freund, ihr Bruder. Wir gaben uns alle die ſüßen Namen, die wir uns geben durf⸗ ten. Komm, ſagte ſie, und kniete nieder, komm Eduard, laß uns zu Gott beten, daß er unſre Liebe rein und fleckenlos erhalte bis zum Tode. Ich ſank neben ihr nieder, ich betete zu dieſem Engel, wie zu Gott, war dieſes reine Himmelskind nicht ſein ſchön⸗ ſtes Ebenbild? Keine ſträfliche Begierde durfte in ihrer Nähe, in mir erwachen, ſie war das unent⸗ weihte Heiligthum der reinſten Tugend aber ach! fern von ihr war ich Menſch, da faßte mich der Wahnſinn der Liebe, ich begehrte ihren Beſitz oder den Tod.

Jetzt entſtand ein wunderſamer, aber ſchmerzvol⸗ ler Kampf zwiſchen mir und der Herzogin; ſie wollte mich beſtimmen, ihr meine Hand zu reichen, ich aber beſtand darauf, ihr zu beweiſen, daß die Ehre mir verbot, ein Glück anzunehmen, welches ich doch gern

mit Blut und Leben erkauft hätte.

Sie betheuerte mir, und gern glaubte ich es, daß ſte mit Fr ihrem Stand, ihrem Namen ent⸗ ſage. Sie mir mit lebendigen Farben das Glück, deßen wir genießen würden. Abgeſchieden von der Welr, ſagtnur uns und unſrer Liebe le⸗

bend, was kümmert uns der Tadel der Menſchen?

In unſerm ſtillen Aſyl, in unſern einſamen Vergen wird uns die Läſterung der Welt nicht treffen. Es