Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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V

ereeae 17 geſellſchaftlichen Ordnung, aufzuſuchen; ich überließ mich ganz den eitlen Trugbildern meiner Phantaſie, die mich auf wenige Augenblicke beruhigten, um mich deſto herberen Schmerzen Preis zu geben.

Es war unmöglich, daß meine Geſundheit ſo hef⸗ tigen Gemüthsbewegungen widerſtand. Meine Kräfte ſchwanden, ich zehrte ab, gewaltiges Herzklopfen drohte mir zuweilen die Bruſt zu zerſprengen, ich glaubte, meines Lebens Ende wär da, und freute mich deſſen. Ich ſuchte die Herzogin nicht auf, ich vermied ſie vielmehr, ich wollte nicht mit ihr allein ſeyn, denn ich beſorgte, ſie zu kränken, wenn ich ihr das Leid verriethe, dem ich unterlag.

Einſt ſagte ſie mir, daß ich ſchlecht Wort hielt in Abſicht des Verſprechens, daß ihre Liebe mich beglük⸗ ken würde. Sie ſind, antwortete ich, nicht wohl im Stande, über das Maas meiner Liebespein zu urthei⸗ len, und ich mag Ihnen nicht von dieſer Marter ſprechen: ſie wird mich tödten. Natalie, ſagen Sie mir nur ein einziges Mal, daß Sie den zur Ruhe eingegangenen Freund bemitleiden werden, ſagen Sie, daß Sie zuweilen ſein Grab aufſuchen werden, ſpre⸗ chen Sie es aus, daß Sie wohl gewünſcht hätten, es wäre kein Abſtand zwiſchen Ihnen und mir.

Ich entfernte mich, ohne ihre Antwort abzuwarten; ich war meiner nicht mehr mächtig und leicht hätte ich ihr manches ſagen können, was ich bereut hätte; denn die Furcht ſie zu betrüben, herrſchte wie die Liebe, wie der Schmerz in meiner Bruſt.

Ich ſchweifte in den Feldern umher, ich lief ganze Tage hindurch, in der Hoffnung zweien herzzerreißen⸗