Glück. O welch' ein paradieſiſcher Zufluchtsort für Liebende! Im Genuß der einzig wahren Erdengüter, fallen die läſtigen Schranken; hier giebt es keinen Rang, keinen Stand, hier weder hohe noch niedere Abkunft, hier bedarf es keines Namens, hier gilt nur der, welchen uns die Liebe giebt. Hier iſt es keine Schmach, den Namen des Geliebten zu führen.—
Bei dieſen Worten ſank ich in einen Seſſel hin, bedeckte mein Geſicht mit beiden Händen, und bittere Thränen enfloſſen meinen Augen. Ich wagte nicht, die Herzogin anzuſehen. Soll das ein Vorwurf ſeyn⸗ Eduard? ſagte ſie mir. Glauben Sie, könnten Sie glauben, daß es mir ein Opfer ſeyn würde, Ihnen meine Hand zu geben, glauben Sie, daß ich ohne die Rückſicht, die ich meinem Vater ſchuldig bin, gezan⸗ dert hätte?—
Ich warf mich ihr zu Füßen, ich bat um Verzei⸗ hung. O! könnten Sie in meinem Herzen leſen, ſagte ich; könnten Sie zum Theil nur begreifen, wie⸗ viel ich leide, wieviel ich Ihnen verberge? Beklagen Sie mich, ihr Mitleid iſt mir Troſt.
Jenes Fabelland, deſſen ich vorhin erwähnte, wurde nun der Gegenſtand aller meiner Traͤume⸗ reien. Getäuſcht durch die eigene Dichtung, dachte ich unaufhörlich an daſſelbe, ich verſetzte die Geliebte dahin. Dort gehörte ſie mir, dort war ſie mein,
ganz mein. Ich ſchwelgte in dieſem eingebildeten
Glücke. Ich vermied die Geliebte ſelbſt, um ſie in der Schöpfung meiner Einbildungskraft, fern von den harten, grauſamen, herzloſen Verhältniſſen der
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