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nehmung, daß nicht jedes beſſere Gefühl von mir gewichen, daß die Leidenſchaft mich wohl hinreißen, aber nicht varblenden könne, daß ich der Geliebten die Tugend opferte, aber doch das wehmuͤthige Ge⸗ fühl dieſes Verluſtes noch beſaß.— Eines Tages ſuchte ich den Entſchluß zu faſſen, mich von der Her⸗ zogin zu trennen, ich wollte fliehen.— Ich ver⸗ mochte den Gedanken aber nicht zu ertragen; zu mei⸗ ner Beruhigung ſagte ich mir, daß ich in der Folge eher dieſes Opfers fähig ſeyn würde.— Ich war deſſen aber nicht fähig, denn ſpäter habe ich es ge⸗ fühlt, daß mich von ihr trennen, mich vom Leben trennen hieß. 4
Ein, wie das meinige, zerriſſenes Herz, kann we⸗ der glücklich ſeyn, noch beglücken. Natalie warf mir die Ungleichheit meiner Laune vor; ſie bedurfte nur ihrer Liebe, um glücklich zu ſeyn, ihr wurde Alles leicht. Mich aber verzehrte die Liebe, die Sehnſucht. Mich peinigte Gewiſſensangſt und Furcht. Was würde der Marſchall ſagen, wenn der Zufall ihm die Wahr⸗ heit entdeckte? Er würde mich hinaustreiben in die Welt. Er hatte Recht, was hielt mich denn zurück? Nichts als eine unmännliche Schwäche, die meines Va⸗ ters, die meiner ſelbſt unwürdig war. Aber ach! dieſe Schwaͤche war auf's innigſte mit meinem Leben ver⸗ webt.— Ich liebte Natalie und ein Blick ihres Au⸗ ges wog alle Schmerzen auf; ein Blick ihres Auges— darf ich o Gott! es ſagen— beruhigte mein Ge⸗ wiſſen.
Man pflegte ſich Vormittags in dem Bibliothek⸗ zimmer zu vereinigen, welches der Marſchall einge⸗


