Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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Ihnen, lieber Eduard, zurück fühlten Sie es da⸗ mals nicht, daß meine Seele Sie umſchwebte? Ich ſank zu den Füßen der Herzogin. Ach! warum durfte ich ſie nicht in meine Arme ſchließen? Wie konnte ich in kalten Worten ihr das unausſprech⸗ liche Entzücken meines Herzens ſchildern? Ich wie⸗ derholte ihr tauſend Mal, daß ich glücklich wäͤre, daß ich nunmehr mich ſtark genug fühlte, dem Schick⸗ ſale zu trotzen, daß mein Leben nur Liebe, mein Wille nur der Ihrige ſeyn würde, daß auch das Schwerſte mir leicht erſcheinen würde. Der Kummer, die Reue, ihr Rang, meine Stellung, der Abſtand der uns trennte, Alles war verſchwunden, Alles, glaubte ich, ertragen, Allem Trotz bieten zu können. Ich war unempfänglich für alles was nicht ſie, was nicht das unüberſchwängliche Glück war von ihr, von Natalie geliebt zu ſeyn. Nur Ein Geſetz lege ich Ihnen auf, ſagte ſie mir, es heißt Vorſicht. Mein Vater darf nichts von unſern Gefühlen argwohnen,

er würde ſich, Sie wiſſen es, tief gekränkt fühlen; ſein Glück, ſeine Ruhe, der Friede des Hauſes wä⸗

ren auf immer dahin. Das war es eigentlich, fuhr ſie erröthend fort, was ich Ihnen hatte ſagen wol⸗ len, demnach frage ich Sie, lieber Eduard, darf ich wohl noch länger mit Ihnen ſo allein bleiben? Sehen Sie, ich habe Ihnen alles geſagt, was ich

Ihnen nicht ſagen wollte; ach wir wiſſen jetzt nur zu

gut, was wir in der Herzenstiefe empfinden wir dürfen nicht mehr allein bei einander ſeyn. Ich gehe gleich, antwortete ich, o mißgönnen Sie mir nicht dieſen Augenblick der Seligkeit; ſchon iſt er entronnen.