Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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Ich lief hinaus, ohne mich jedoch weit vom Schloſſe zu entfernen; ich vermochte es nicht, ich ſchweifte auf den Teraſſen umher, ich drückte mich an die Mauern, welche die Geliebte umſchloſſen, und gab mich dem ſüßen Seelenrauſche hin. Ich bin ge⸗ liebt, von ihr geliebt! dann zweifelte ich wieder: Mit⸗ leid fühlte ſie, weiter nichts. Ich ſah zum gen⸗ ſter hinauf, ſie war nicht mehr da, aber ich erblickte Licht in einem Thürmchen des Schloſſes. Das

Licht ſchimmerte aus einem Cabinet, das an der Her⸗

zogin Wohnzimmer ſtieß. Eine Wendeltreppe in dem Thürmchen führte zu dieſem Cabinette von der Ter⸗ raſſe hinauf. Die Thür war offen, und unwillkühr⸗ lich ſtand ich vor derſelben; ich erſtieg einige Stufen, dann blieb ich ſtehen. Was beginnſt du? ſagte ich mir, willſt du ihr mißfallen, ſie wohl gar erzür⸗ nen? Ich ſetzte mich auf die Treppe nieder, doch bald ſtegte die Schwäche ich ſtand oben. Ich will nicht hinein gehen, nur hier vor der Thüre will ich ſtehen bleiben, vielleicht höre ich ihre Stimme, ich bin wenigſtens in ihrer beſeligenden Nähe. Mit die⸗ ſen Gedanken ſetzte ich mich auf die obere Stufe hin. Ich hörte deutlich, wie die Herzogin in dem Cabinette umherging, dann ſtille ſtand, dann wieder ging; mein Herz ſchlug fieberhaft. Ich ſtand auf, ſetzte mich wieder hin, ohne eigentlich mich meines Beginnens bewußt zu ſeyn. Da wurde plötzlich die Thür geöff⸗ net. Es war Natalie. Biſt du da Agathe? fragte ſie. Ich bin es, antwortete ich. Werden Sie mir verzeihen, ich ſah Licht in Ihrem Cabinet, ich dachte, Sie wären darin und da bin ich, weiß ich doch kaum wie, hinaufgeſtiegen. Eduard, ſagte ſie,

treten Sie ein. Ich war ſo eben im Begriff, an Sir.