Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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ſie vielleicht, und dennoch darf ſie nie die Meine ſeyn. Auf ewig trennt uns eitler Wahn.

Nur von weiter Ferne her darf ich ſie anbe⸗ ten, Spott und Hohn würde ſie verfolgen, wenn ſie an meine Bruſt ſänke. Und doch ſind unſre Herzen für einander geſchaffen deutete ſie ſelbſt nicht neu⸗ lich darauf hin? Mit unwiderſtehlicher Gewalt drängte die Liebe mich zu dem Altanfenſter hin, an welchem ſie ſaß, ich trat hinaus und drückte meine glühende Stirn auf das Geländer. Ich vermochte kein Wort zu ſprechen. Eduard, ſagte ſie, was iſt Ihnen? Viſſen Sie es nicht? fragte ich. Nach einer Weile antwortete ſie: Ja ich weiß es, aber wollen Sie mich nicht betrüben, ſo ſeyn Sie weni⸗ ger traurig. Wenn ich Sie ſo betrübt ſehe, muß auch ich es ſeyn. Wiſſen Sie das nicht auch? Nata⸗ lie, rief ich aus, dieſe Güte müßte mich zum glücklich⸗ ſten Sterblichen machen, und doch bin ich es nicht. Wie? ſagte ſie, wenn wir das ganze Leben, ſo wie die letzten zwei Monate verbrächten, würden Sie ſich dann auch unglücklich ſchelten? Ich wagte nichtja zu ſagen; ich pflückte einige Jasminblüthen, ich gab ſie ihr, nahm ſie ihr wieder, und küßte die Blumen, auf welche meine Sehnſuchtsthränen fielen. Es war unterdeſſen ganz dunkel geworden; ich hörte, daß Natalie weinte, und es erfaßte mich unendlicher Schmerz. Wenn Sie unglücklich ſind, Natalie rief ich aus, ſo bin ich der ſtrafbarſte Menſch. Was ſoll ich thun? ſoll ich Sie fliehen? Ach, ſagte ſie, jetzt iſt es zu ſpät. Man brachte Licht, und ich enteilte dem Salon. Ich war der glücklichſte und zugleich der beklagenswertheſte Menſch⸗ Die entge⸗

gengeſetzteſten Gefühle beſtürmten mein Herz. 1**