Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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ArrATA

geſtimmte Seelen ziehen unwiderſtehlich einander an, vergebens würde man ſie trennen wollen. O be⸗ haupten Sie das nicht, unterbrach ich ſie, ich könnte Ihnen ſehr leicht den Beweis des Gegentheils füh⸗ ren. Und vielleicht, enkgegnete die Herzogin, würde das, was Sie ſagen wollen, gerade für mich ſprechen, doch ich will es nicht wiſſen. Sie nä⸗ herte ſich darauf dem Abbé Tercier, den ſie gern in der Nähe hatte, um nicht mit mir allein zu ſeyn.

Die Herzogin mußte wiſſen, es war ja nicht an⸗ ders möglich, daß ich ſie anbetete, und zuweilen ver⸗ gaß ich, daß unüberſteigliche Schranken uns ſchieden. In dieſer Einſamkeit machte das Glück mich ſchwach⸗ Ich ſah ſie, ich höorte ſie, erging mich oft an ihrer Seite, ſie ſtützte ſich dann wohl auf meinen Arm, wie konnte ich der Seligkeiten ſo viele ertragen? Man muß geliebt haben, um zu wiſſen, wie weit die Sorg⸗ loſigkeit der Liebe geht. Es drängt ſich da Alles auf einen Punkt zuſammen, alles Uebrige verſchwindet⸗ Nur mühſam, nur mit Gewalt kann man an Etwas denken, was nicht ſie iſt, und ſobald dieſe gewalt⸗ fame Anſtrengung nachläßt, ſo würkt die Leidenſchaft wieder fort, und alles was nicht die Geliebte iſt, ver⸗ ſinket in ſein Nichts.

Zuweilen glaußte ich, daß die Herzogin nicht unt⸗

empfindlich ſey gegen das Gefühl, welches ſie in mei⸗.

ner Bruſt erweckt hatte, ein Gefühl, das ſo ſehr

verſchieden war von allen dem, was ſie bisher erregt

hatte, aber ſonderbar genug erfüllte der Gedanke, geliebt zu ſeyn, ſtatt mit Entzücken, mit Angſt. Im⸗ mer ſah ich die ungeheure Kluft, die uns ſchied, und