Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
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ihn einen Theil des Vormittags, andere Stunden wurden mit Schreiben ausgefüllt; er verfaßte Me⸗ moiren über die Jahre ſeines Lebens, welche er dem Dienſte des Staates beſonders gewidmet hatte. Abends vereinigte man ſich im Salon, und hier belebte der Marſchall das Geſpräch durch Mittheilungen aus der Vergangenheit, oder durch die ſeiner Pläne für die Zukunft. Zeitungen und Lektüre lieferten gleichfalls Stoff zur Unterhaltung, und nie verrieth die min⸗ deſte Anwandlung übler Laune den Verdruß oder den gekränkten Ehrgeiz eines, als Opfer der Ungerech⸗ tigkeit von ſeiner Höhe gefallenen Mannes. Dieſe, ſich nie verläugnende Seelenruhe war keine erborgte, keine erkünſtelte, dieſer Mann war wirklich dem Glücke wie dem Mißgeſchicke überlegen, es wurde ihm nicht ſchwer, Beides zu verachten; hätte menſch⸗ liche Schwäche ſich heimlich in ſein Herz eingeſchlichen⸗ hätte er darin Gefühle verletzter Eitelkeit wahrge⸗ nommen, ſo würde er ſie freimüthig eingeſtanden, und ſich ſelbſt beſpoͤttelt haben. Es iſt wohl ein herr⸗ liches Schauſpiel, einen ſolchen Charakter zu betrach⸗ ten; auch wenn man in ſich die Kraft fühlt, ſich zu gleicher Höhe aufzuſchwingen, fühlt man ſich doch geehrt und getröſtet, Menſch zu ſeyn.

Ich ſprach eines Tages mit der Herzogin üͤber den Charakter ihres Vaters, und äußerte gegen ſie meine Bewunderung. Sie beſitzen, ſagte ſie mir, Alles was erforderlich iſt, um den ſeltenen Mann zu verſtehen. Die Menſchen bewundern oft das Gute, ohne oft recht zu wiſſen warum.

Das Erfreuliche aber dabei iſt, in fremder Seele die Beſtandtheile der eigenen zu finden. Alſo gleich⸗