ſind, wüßte ich nicht, was Sie abhalten ſollte, zu tan⸗ zen. Wen wollen Sie auffordern? ſetzte ſie lächelnd hinzu.— Ich wage nicht, Sie um einen Tanz zu bitten, ich fürchte, daß man es unſchicklich finde, wenn Sie mit mir tanzen.— Unſchicklich und wieder unſchicklich, ſagte ſie, Ihre Demuth iſt nichts als Stolz.— Ach, erwiederte ich, wären wir in England, ſo würde ich Sie auffordern. Natalie erröthete. Ich muß fort aus dieſer großen Welt, fügte ich hinzu— ſie iſt nicht für mich geſchaffen, ich fühle mich peinlich da⸗ rin, ich ſtehe vereinzelt da; ich will meinem Berufe leben. In den Gerichtsſälen wird Niemand fragen, weshalb ich dort bin. Ich will mein Amtskleid an⸗ ziehen und Rechtsſtreite durchführen. Wollen Sie mir Ihre Geſchäfte vertrauen? Sie ſollen ſehen, ich gewinne alle Ihre Proceſſe.— Erſt will ich ſehen, antwortete ſie, ob ich den gegenwärtigen gewinnen werde. Sie wollen alſo nicht mit mir tanzen?— Wer hätte da widerſtehen können? Ich faßte ihre Hand, dieſe Hand, die ich nie berührt hatte, und wir ſtellten uns zum Contretanz.— Ich bereuete aber dennoch bald meine Schwäche, mir ſchien es, als ob aller Augen auf mich gerichtet wären. In allen Geſichtern glaubte ich Verwunderung zu leſen, und die Luſt ſie zu ſehen, ihr ſo nahe zu ſtehen, ſie bei⸗ nahe in meine Arme zu ſchließen, wechſelte mit bit⸗ term Schmerz. Es folterte mich der Gedanke, daß ſie meinetwegen vielleicht Unſchickliches that, und ſich dem Tadel preis gab. Gegen das Ende des Contre⸗ tanzes näherte ſich uns der Marſchall v. Olonne, und ich ſah deutlich, wie ſein Geſicht plötzlich ernſt und finſter wurde. Die Frau von Nevers ſprach leiſe einige Worte zu ihm, und alſobald wurde er wieder
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