ſelbſt, üͤber die Kleinlichkeit meiner Denkungsart, die mich ſo reizbar und ſo unduldſam gegen Jener Schwächen machte. Iſt denn, dachte ich, das wahre Verdienſt von den Manieren abhängig? und iſt es deiner nicht ganz unwerth alſo den Stand zu verläug⸗ nen, welchem du zugehörſt? Iſt dieſer Stand nicht ein achtbarer?— Warum dir einen andern wün⸗ ſchen? Die Herzogin trat eben in den Saal, wie ein hellleuchtendes Meteor an dieſem Glanzhimmel.— Da iſt die Antwort auf die Frage, dachte ich. Nein, ich wünſche nicht den höchſten Rang, des Ranges wegen, ſondern nur, weil er mich ihr zur Seite ſtellen würde. O mein Gott! Nur acht Tage ſolcher Se⸗ ligkeit! dann will ich gern ſterben.—
Natalie gieng an dem Gerüſt vorüber, auf welchem ich ſtand, ohne mich zu bemerken, als der Herzog v. C. meiner anſichtig ward und mir lachend zurief. Ich trat an das Geländer vor, denn ich wollte mir es nicht merken laſſen, daß ich mich meines Platzes ſchämte. Die Herzogin trat beran.— Sie hier? fragte ſie.— Ja, antwortete ich, ich konnte der Luſt nicht widerſtehen, Sie tanzen zu ſehen, ich bin be⸗ ſtraft, Sie ſollten es nicht wiſſen.— Natalie ſetzte ſich auf die Bank zunächſt dem Gerüſt und fuhr fort, mit mir zu ſprechen. Uns trennte nur das Geländer, welches die Zuſchauer von den Gäſten ſchied, ein treffendes Bild der Schranken, die im Leben zwiſchen uns Kaüben.
Der Geſandte kam dazu und fragte die Heriogit, 3
wer ich ſey. Es iſt, antwortete ſie, der Sohn des Herrn
G. mit welchem Sie, wie ich mich erinnere, vor einem


