Teil eines Werkes 
1. Bdchen (1826)
Entstehung
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in der Lebensweiſe. Man muß dabei durch hohe Geiſtkraft ſeinen Verhältniſſen überlegen ſeyn, denn auch in den glücklichſten bewegen wir uns dann leicht und bequem, wenn wir ſie beherrſchen. Den Marſchall von Olonne und die Herzogin von Nevers konnte das Unglück treffen, aber nie konnte Miß⸗ geſchick ſie erniedrigen. Solche Seelen be⸗ haupten ſtets ihren Rang. 4

Die Herzogin wurde täglich zurück erwartet, und mein Herz ſchlug freudig dieſem Wiederſehn entgegen. Getrennt von ihr konnte ich nicht lange glauben, daß ich ſte beleidigt hätte, ich fühlte ja, wie unendlich ich ſie liebte, fühlte, daß ich mit Freuden mein Leben geopfert hätte, um ihr einen trüben Moment zu er⸗ ſparen, und war am Ende wohlüberzeugt, daß ſie nicht unzufrieden mit mir ſeyn könnte, weil ſie kein Recht dazu hatte. Ihre Rückkehr benahm mir lald dieſen Wahn. 115

Schon an demſelben Abend fand ich Frau von Nevers ernſt und kalt wie früher; ſie ſprach kaum zwei Worte mit mir, und nicht ein einziges Mal traf mein Blick den ihrigen. Später fand ich ſelbſt ihre ganze Lebensweiſe verändert, ſie fuhr faſt jeden Abend in Geſellſchaft, oder wenn ſie zu Hauſe blieb, waren viel Fremde bei ihr. Seit vierzehn Tagen war ſie bereits wieder in Paris, und noch nicht Ein Mal hatte ich mich ihr allein gegenüber geſehen.

Eines Abends, nach Tiſche, ſetzte ſich die Geſell⸗ ſchaft zum Spiele. Die Herzogin unterhielt ſich mit einer Dame, welche nie eine Karte nahm. Als aber