auch tägliche Tiſchgenoſſen, aber dieſe waren meiſten⸗ theiks ärmere Verwandte des Hauſes. Da ſah man einen Neffen des Marſchalls, einen wackern Marine⸗ offizier, der nach Paris gekommen war, den Lohn ſeiner Dienſte einzufordern, da war ein alter, mit Wunden bedeckter Krieger, der das wohlverdiente Ludwigskreuz nachfuchte, da fand man die ehemaligen Adjutanten des Marſchalls, oder auch wohl einen Grenznachbar— da den Sohn eines verſtorbenen Freundes. Für die Erſcheinung jedes Einzelnen war ein edker Grund anzuführen. Ein jeder wußte wa⸗ rum er da war, und der Hausherr erſchien wie der gemeinfame Vater aller derer, die gekommen waren, ſich unter ſeinen freundlichen Schutz zu begeben.
Auch Männer, die ſich durch Geiſt und Talent auszeichneten, waren gern geſehen in dieſem Hauſe, und galten darin nach Verdienſt, denn der beſſere Geſchmack, die Liebe zum Schönen und Guten ergriff in dieſem Kreiſe ſelbſt diejenigen, welchen ſolche nicht angeboren war. Um dies zu bewirken, muß der Hausherr ſelbſt ein Vorbild des edleren Geſchmacks ſeyn, und ein ſolches war der Herr von Olonne.
Ich bin der Meinung, daß der gute Geſchmack überhaupt nicht Etwas ſo leichtes und oberflächliches ſey, als man gewöhnlich glaubt; es gehört gar Vieles dazu, ihn auszubilden. Feingefühl des Geiſtes, Fein⸗ gefühl des Herzens, Sinn für das Schickliche, ein gewiſſer richtiger Takt, in dem ſich Alles natürlich und ungezwungen bewegt. Auch manches Zufällige übt mächtigen Einfluß auf Ton und Geſchmack aus⸗ Geburt, Vermögen, Zierlichkeit und Großartigkeit


