Teil eines Werkes 
1. Bdchen (1826)
Entstehung
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dankte, aber deshalb durfte ich nicht minder erkennt⸗ lich ſeyn. Ich war bemüht, ſo vielen Vertrauens mich wuͤrdig zu beweiſen, und der Herr von Olonne ſagte mir dann wohl mit einem Tone, der mich lebhaft an mei⸗ nen Vater erinnerte, daß er mit mir zufrieden ſey.

Es iſt eine beſonders angenehme Empfindung ſich bequem zu fühlen, Perſonen gegenüber, die höher ſtehen als wir. Man findet ſich aber nicht alſo be⸗ haglich, wenn das Gefühl unſers untergeordneten Weſens uns antritt, man findet ſich eben ſo wenig wohl, wenn man bemerkt, daß man jenes Gefühl ver⸗ loren hat; nur dann, wenn die Höherſtehenden es uns vergeſſen laſſen, wird unſere Stellung zu ihnen be⸗ quem. Dieſe Gabe des Wohlwollens und der Freund⸗ lichkeit beſaß der Marſchall im höchſten Maaße. Er flößte immer Hochachtung, niemals Furcht ein. Er durfte ſo ſicher ſeyn, in Abſicht des ihm gebührenden Ehrfurchttributs, daß er gefahrlos, unbegrenzte Nach⸗ ſicht üben konnte. Er wußte wohl, daß man ſie nicht mißbrauchen würde, und daß ihm gegenüber das Ge⸗ fühl der Hochſchätzung ſich unaufgefordert Jedermann aufdrängte. Täglich fühlte ich mich mehr und mehr zu dieſem ſeltenen Manne hingezogen, er aber ſchien ſich meiner gänzlichen Ergebenheit zu freuen.

Zuweilen ging ich zu meinem Oheim Herbelot, und fand daſelbſt noch immer jenes luſtige Treiben, welches mich ſchon bei meiner Ankunft in der Haupt⸗ ſtadt ſo widrig angeſprochen hatte. Mein Onkel be⸗ griff nicht, wie ich mich wohl befinden könnte in den ſteifen Cirkeln des Hotel d'Olonne. Ich aber ſtellte

im Stillen Vergleiche zwiſchen den beiden ſo verſchie, 3*¾