habte er auch nicht den ſeichten Wortwitz, ſo beſaß er doch in hohem Grade den, welcher der Vernunft ent⸗ ſprudelt. Der Gegenſatz des Richtigen zum Falſchen iſt faſt immer komiſch, und mein Vater lehrte mich das lächerlich zu finden, was unhaltbar iſt.— Ein ſicheres Mittel, mich vor unrichtigen Begriffen zu ſchützen und dieſe Gefahr von mir abzuwenden.—
Ach, wohl iſt's gefährlich, wohl iſt's unheilbringend, wenn man die Leidenſchaft bei Schätzung der Güter dieſes Lebens walten läßt, ſelbſt dann noch, wenn reine Grundſätze und geſunde Vernunft uns leiten. Wer kann das Boͤſe haſſen, ohne das Gute ſchwärme⸗ riſch zu lieben!—
Sind aber die ſtarken Gefühle wohl geeignet für des Menſchen ſchwaches Herz?— Ach, dieſer augen⸗ blickliche Ueberreiz, dieſes allzulebendige Leben führt Schmerz und Tod herbei.— Leer und öde wie eine Ruine zerfällt das arme Herz in Staub.
— Dieſe Betrachtung machte ich freilich damals nicht.— Die Welt erſchien meinen Augen ein gren⸗ zenloſer Ocean.
Ruhm, Bewunderung, Glück, wollte ich erringen; doch bewegten ſich dieſe ſchönen Träume nicht außer⸗ halb der Schranken des mir angewieſenen Wirkungs⸗ kreiſes. Wohl war mir ein edler Beruf geworden. Ich ſollte der Schutz der Bedrängten, der Rächer der Unſchuld, die Geißel des Verbrechens werden.
In meinen Träumereien, die jetzt minder unbe⸗ ſtimmt wurden, erſann ich mir allerlei Fälle, in wel⸗


