Teil eines Werkes 
1. Bdchen (1826)
Entstehung
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hältniſſe aus, und er wußte ihn zu zügeln.

)FJetzt ſchlug mein Herz freudig, wenn die Mutter mich umarmte, jetzt erſt verſtand ich ihren ſanften Liebes⸗ blick. Alſo ſchießt ein junges Baͤumchen, das lange kränkelte, fröhlich empor; es treibt himmelan die kräftigen Aeſte, und der Gärtner ſtaunt über die Schönheit ſeiner Blätterkrone; die Wurzel des Bau⸗ mes traf endlich den Boden, der ſeiner Natur ange⸗ meſſen; ſo hatte auch ich den Boden gefunden, auf welchem ich gedeihen konnte, ich hatte mein Leben für ein anderes geopfert.

Von dieſem Augenblicke an hörte ich auf, Kind zu ſeyn. Mein Vater, durch den glücklichen Erfolg ſei⸗ ner Anſtrengungen nur ermuthigt, eröffnete mir neue Felder der Erkenntniß, er lehrte mich das Gefühl auf Thatſachen anwenden, und bildete alſo mein Herz und meine Urtheilskraft. Die Bildung, ſagte er oft, beſteht nur in zwei Dingen: wiſſen und fühlen.

Die Geſetze waren mein Hauptſtudium, aber durch die Art, wie mein Vater mir dieſe Lehre vortrug, umfaßte ſie gar viele andre. Die Geſetze wurden für die Menſchen gemacht, und ind zeit⸗ und ſitten⸗ gemäß; das Bedürfniß erzeugte ſie. Als Gefaͤhrtinnen der Geſchichte löſen die Geſetze alle Schwierigkeiten, erleuchten ſte jedes Dunkel, ſie ſind klar für den flei⸗ ßigen Forſcher, und enthalten keinen W derſpruich für den, der ſie verſteht.

Mein Vater war nicht nur ein geiſt⸗ und kennt⸗ nißreicher Mann, er beſaß auch ungemein viel Lie⸗ benswürdigkeit; ſein Verſtand reichte in jedem Ver⸗ Hand⸗